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AKTUELLES - News & Presse

Familiäre Unternehmensnachfolge in der Elektro Fink Schaltanlagenbau GmbH & Co. KG

27.10.2021 Teterow

Ein Erfahrungsbericht über die familiäre Nachfolge im Schaltanlagenbau-Unternehmen Elektro Fink in Teterow.

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Das Unternehmen Elektro Fink GmbH & Co. KG wurde 1994 von Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Fink gegründet und ist nunmehr seit 27 Jahren am Markt. Senior Fink kam aus der Branche und startete mit seinem Kleinbetrieb in Teterow auf 40 Quadratmetern mit drei Angestellten.

Im Jahr 2016 stiegen zwei der drei Brüder ins elterliche Unternehmen ein. Dr.-Ing. Andreas Fink hat an der Universität Rostock Informationstechnik studiert, dann dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf seine Promotion hingearbeitet. In diesen zehn Jahren als leitender Laboringenieur wurde Fink Junior bewusst, dass eine wissenschaftliche Karriere ihn nicht vollends erfüllt. So stieg Fink Junior 2016 als Leiter Vertrieb ins Unternehmen ein. Er ist weitgehend verantwortlich für die Prozessoptimierung. Sein Ziel war und ist es, das Unternehmen zeitgemäß zu gestalten. Zu diesem Zeitpunkt waren 25 Mitarbeiter beschäftigt. Sein Bruder, der 33-jährige M.Sc.

Arne Fink war lange Zeit bei der WEMAG in Schwerin tätig und bringt seine Kenntnisse aus Sicht eines Netzbetreibers ins Unternehmen ein. Zusammen steuern die beiden Brüder viel Expertise und Know-how bei und stellen den elterlichen Betrieb auf eine moderne und auf Wachstum ausgelegte Basis.

Noch heute hat die GmbH & Co. KG ihren Sitz in Teterow im gleichen Gebäude. Allerdings ist der Betrieb über die Jahre stetig gewachsen und es wurde kontinuierlich investiert. Fink Junior hat seit seinem Start im Unternehmen die Büro- und Produktionskapazitäten stetig ausgebaut. Nach und nach kamen Anbauten und neue Technik hinzu. Heute beherbergt der Firmensitz auf einer Fläche von 850 Quadratmeter die Produktion und das Lager sowie auf weiteren 300 Quadratmeter die Büros. Dabei hat die Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern GmbH das Unternehmen mit einer Bürgschaft begleitet. Aktuell arbeiten 40 Mitarbeiter für die GmbH & Co. KG. Bei hoher Auftragslage wird das Team durch fachkundige Leiharbeiter verstärkt. Im Jahr 2019 feierte das Unternehmen bereits sein 25-jähriges Jubiläum.

Andreas Fink ist sehr datengetrieben, Entscheidungen trifft er nicht aus dem Bauch heraus, sondern er arbeitet gerne mit belastbaren Fakten. Dabei ist es dem heute 38-jährigen Jungunternehmer ausgesprochen wichtig, auch seine Mitarbeiter bei neuen Entwicklungen einzubinden und „abzuholen“.

Der 64-jährige Altunternehmer ist derzeit noch im Unternehmen tätig, er unterstützt seine Söhne mit seiner Erfahrung, ist als Bauleitung für den Hallenneubau und außerdem noch für die zentrale Beschaffung zuständig. Mit Fertigstellung des Neubaus wächst das Unternehmen von circa 1.100 Quadratmeter auf dann circa 2.500 Quadratmeter Produktions- und Bürofläche. Weiterhin begleitet der Vater noch die Einführung eines ERP-Systems (Enterprise Resource Planning), welches mit der Förderung der digitalen Transformation (DigiTrans) über das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern unterstützt wird. Nach Abschluss dieser Implementation im Jahr 2022 und des Bauabschlusses wird er sich aus dem Unternehmen zurückziehen.

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Die Eltern Fink hatten eigentlich schon immer den Wunsch, dass ihre Kinder die Nachfolge im Familienunternehmen antreten. „So haben unsere Eltern beispielsweise durch entsprechende Weihnachtsgeschenke an uns Kinder sanft darauf hingewirkt“, erinnert sich Fink schmunzelnd.

Insgesamt haben sich die Brüder Fink und ihr Vater als Altunternehmer zwei Jahre Vorlaufzeit für die familiäre Nachfolge genommen. Im Jahr 2017 begann Familie Fink damit, die Beratungsmöglichkeiten vom eigenen Steuerberater, Anwalt und Notar hinsichtlich der angestrebten familiären Nachfolge zu nutzen. Außerdem haben sie gemeinsam eine Informationsveranstaltung des Unternehmerverbandes Rostock-Mittleres Mecklenburg zum Thema Unternehmensnachfolge besucht. Auch Fragen zum Erbrecht mussten geklärt werden. Gemeinsam hat die Familie einen Zeitstrahl mit Meilensteinen aufgestellt, welcher bis zur Unternehmensübergabe an die nächste Generation quasi abgearbeitet wurde. Rückblickend kann Fink Junior sagen, dass weitere Unterstützung wie zum Beispiel von der Handwerkskammer nicht notwendig war.

Die offizielle Nachfolge traten Arne und Andreas Fink dann offiziell im Januar 2018 an, sie übernahmen die gemeinsame Geschäftsführung. Zeitgleich wurde die Firmenform von e. K. auf eine GmbH & Co. KG geändert.

In der Anfangszeit nach der Übernahme war Fink Junior nebenberuflich noch in einem Verein tätig, der sich mit der Digitalisierung, Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 auseinandergesetzt hat. Gerade diese Kontakte und das daraus entstandene Netzwerk halfen ihm im täglichen Geschäftsalltag.

Aus Sicht des Jungunternehmers nimmt insbesondere die Wahl des Steuerberaters einen hohen Stellenwert ein. Themen wie Schenkungssteuer und Erbrecht gilt es zu beachten. „Unsere eigene Erfahrung zeigte, dass es bei der Vorbereitung einer familiären Nachfolge nicht schadet, gegebenenfalls mehrere Steuerberater zu konsultieren und sich erst dann festzulegen“, berichtet Fink.

Grundsätzlich empfiehlt der Jungunternehmer, für eine bevorstehende Nachfolgeregelung circa fünf Jahre Vorbereitungszeit einzuplanen. Auch bei der Kaufpreisfindung sollte sich der Altunternehmer zurücknehmen und versuchen, die eigenen Emotionen in den Hintergrund zu rücken. Was zählt, sind Fakten.

Natürlich war es von Vorteil, dass Fink bereits vor der Übernahme des Unternehmens dort beschäftigt war. „Auch schon vor dem Einstieg ins Familienunternehmen habe ich in den Ferien dort gearbeitet und auch bei Inventuren ausgeholfen. So wurde ich nicht nur als Sohn vom Chef wahrgenommen oder als Theoretiker von der Uni“, bekräftigt Fink.

Noch heute sieht Fink seine Eltern als Vorbild für Unternehmertum und Verantwortungsbewusstsein. Abschließend sagt der Jungunternehmer: „Unser Vater war bereit für die Unternehmensnachfolge, sonst hätte das nicht so erfolgreich umgesetzt werden können.“